Wir möchten Ihnen hiermit ein Highlight der boomenden tschechischen Musicalszene vorstellen: Das „Rusalka muzikál“ ist eine Bearbeitung der bekanntesten Oper von Antonín Dvoøák und wird im eigens dafür errichteten Theater Milénium in Prag aufgeführt. Das Familienmusical entstand unter Mitwirkung bekannter Künstler der tschechischen Musik- und Musicalszene.
Das Märchen von der unerfüllten Liebe der Wassernixe Rusalka zu einem Prinzen wurde in der Vergangenheit in verschiedenen Ländern als Grundlage für Bücher, Filme und Theaterstücke herangezogen. Vor fast einhundert Jahren nahmen sich zwei tschechische Künstler – Komponist Antonín Dvoøák und Librettist Jaroslav Kvapil – für ihre lyrische Oper „Rusalka“ diesem wunderbaren Märchenstoff an. Der Komponist der Musicalversion, der bekannte Filmmusiker Zdenìk John, übernahm Motive aus Dvoøáks Oper und vertonte sie neu. Dadurch entstand ein Musical, das Abend für Abend von einem aus 30 Musikern bestehenden Rock- und Sinfonieorchester begleitet wird.
Das Originallibretto Kvapils bearbeitete Michael Prostìjovský, Produzent des Musicals und Übersetzer der legendären Prager Inszenierung von „Jesus Christ Superstar“. Einige heute weniger verständliche Bedeutungen des Märchens finden in seiner Neubearbeitung eine zeitgemäße Entsprechung und kommen so den Erfordernissen eines Musicals entgegen.
In der Prager Aufführung von „Rusalka muzikál“ wirken einige der besten und tschechischen Rocksängerinnen und –sänger mit: Bára Basiková, Kamil Støihavka, Petr Muk und Yvonne Pøenosilová. Außerdem wurden auch Sänger mit Opernerfahrung wie Jiøí Schoenbauer und Peter Poldauf engagiert.
An der Inszenierung arbeiteten hervorragende Künstler mit: Die wundervollen Kostüme stammen von Theodor Pištìk, Oscarpreisträger für seine Arbeiten im Film „Amadeus“ sowie nominiert für den British Award durch seine Ausstattung des Films „Valmont“. Die Regie führt Jozef Bednárik, der sich durch eine Reihe von Opern-, Ballet-, Musical- und Theaterinszenierungen auch außerhalb der Tschechischen Republik und der Slowakei einen Namen gemacht hat. Die Choreographie stammt von Libor Vaculík, einem Schüler und Nachfolger des renommierten tschechischen Choreographen Pavel Šmok.
Erstmals wurde in Prag für ein Musical ein neues Theater gebaut: Auf dem ehemaligen Schlachthof und heutigem Marktareal wurde eine alte Lagerhalle nach den Plänen des Architekten Jaromír Pizinger zu dem Veranstaltungsforum und Musicaltheater Milénium umgebaut. Er entwarf auch das Bühnenbild für die Inszenierung.
Kurz vor der Premiere des Rusalka-Musicals brachte die Firma Monitor-EMI (die tschechische Tochterfirma von EMI) eine CD mit den Highlights aus dem Musical sowie eine Single-CD heraus. Zudem ist auch ein Video über die Entstehung des Musicals sowie über den Bau des Theaters erhältlich. Aktuelle Informationen zu der Produktion sind im Internet unter der Adresse www.rusalka.cz zu finden.
Das „Rusalka muzikál“ wird täglich außer montags zu Eintrittspreisen zwischen 130 und 580 Kronen aufgeführt. Die Karten sind neben der Theaterkasse auch bei den Filialen von Ticketpro, Bohemia Ticket International und TicketExpress sowie in den Reisebüros Fischer, Èedok und Autoturist erhältlich.
Juni 1999