
Zdenìk John und Michael Prostìjovský
Es startete alles mit der Prager Version der Rockoper „Jesus Christ Superstar“. Diese Produktion brachte die Personen hervor, die später den Kern hinter dem neuen Musical bildeten, das auf den Motiven der berühmten Oper von Dvoøák basiert.
Michael Prostìjovský, der das tschechische Libretto von „Jesus Christ Superstar“ verfasste, erinnert sich: „Jeder Mitwirkende in dieser Produktion besaß eine große Vision: ein Weltklasse-Musical derselben hohen Qualität wie die besten Topshows hier zu Hause auf die Bühne zu bringen.“ Später brachte der Ausnahmeerfolg dieser Show Prostìjovský zu den Gedanken, „es sei nun an der Zeit für ein tschechisches Musical nach solchen hohen Maßstäben, doch wo finden wir einen tschechischen Andrew Lloyd Webber?
Diese Frage plagte mich eine lange Zeit. Es beschäftigte mich Tag und Nacht, bis mir ein Licht aufging: Wir Tschechen haben doch einen Welklassegenius: Antonin Dvoøák! Es macht ja nichts, dass er bereits hundert Jahre vor uns lebte. Die Oper „Rusalka“, die Dvoøák gemeinsam mit Jaroslav Kvapil schrieb, besitzt alle Elemente, die für ein perfektes Musical nötig sind: außergewöhnlich melodische und einfallsreiche Musik, eine tragische Liebesgeschichte und eine Fantasiewelt, in der alles möglich ist. Das einzig Notwendige war die Übertragung von Ästhetik und Form hundert Jahre weiter in die heutige Gegenwart. Ich teilte meine Ideen mit dem Komponisten Zdenìk John, der beeindruckende Erfahrungen besitzt, vor allem in der Filmmusik.“
Zdenìk John erinnert sich an das erste Telefongespräch über „Rusalka“ als Musical: „Es war kurz vor Weihnachten 1995. Als Michael erklärte, was er von mir wünschte, musste ich erst ein paar Mal schlucken. Ich empfahl ihm, zu einem anderen Zeitpunkt und einem anderen Thema wieder anzurufen. Später erwischte ich mich selbst bei meine Schallplattensammlung und holte „Rusalka“ hervor. Bei jedem weiteren Anhören war ich mehr überzeugt, dass „Rusalka“ - ungeachtet wie gut wir es alle kannten - etwas beinhaltet, das heutzutage kaum bei gegenwärtigen Autoren zu finden ist: das zeitlose Genie eines Antonín Dvoøák.“
Schlussendlich stimmte Zdenìk John zu, und die Arbeit an der Musicalversion dieser populären Oper konnte beginnen. Zunächst musste man natürlich die Erlaubnis der Erben des Urheberrechts von Jaroslav Kvapils Werk bekommen, da das Libretto immer noch mit dem Copyright geschützt war. Erst danach konnten Michael Prostìjovský und Zdenìk John anfangen, „mit hohem Respekt gegenüber den großen Meistern Dvoøák und Kvapil die Übertragung ihres Werkes in die moderne Zeit vorzunehmen, ohne es jedoch zu plündern oder zu missbrauchen.“
Es war klar, dass eine Studioaufnahme vor der Bühnenversion aufgenommen werden musste. Die Aufnahmen begannen im Herbst 1997. Prostìjovský erinnert sich: „Erst nach dem Abmischen und dem ersten Anhören haben alle Musiker verstanden, was wir fast vergebens über Monate lang gepredigt hatten. Somit wurde es Zeit, „Rusalka“ auf die Bühne zu bringen. Es war offensichtlich, dass dies nur von ihren Schöpfern geschehen konnte.
Der Regisseur Jozef Bednárik (der nur zwei Stunden nach dem Erhalt der Texte und der Aufnahme zugesagt hatte) und der Kostümgestalter Theodor Pištìk sind zwei der vielen berühmten Persönlichkeiten, die ihre Zustimmung zu diesem Projekt gaben.