Inhalt



Bára Basiková (Rusalka)

Rollen

Rusalka, eine Wasserfee
Prinz
Fremde Fürstin
Wassermann
Hexe
Jäger
Hofnarr
Küchenjunge
Wassernymphen
Schlossgäste
des Prinzen Gefolge
Szene: Seeufer und die Höfe des Schlosses

Erster Akt

In einer Waldlichtung am Ufer eines Sees tanzen Waldnymphen im Mondlicht. Nur die Wassernixe Rusalka ist unglücklich. Dem Wassermann, ihrem Vater, gesteht sie, dass sie sich in einen schönen Prinzen verliebt hat, der oft zum Baden an den See kommt, ihr Liebeswerben jedoch nicht bemerkt. Sie sehnt sich danach, eine menschliche Gestalt annehmen zu können und eine Seele zu haben, damit er sie wahrnimmt und sie lieben kann. Widerwillig rät ihr der Wassermann, bei der Hexe Hilfe zu suchen. Rusalka nimmt all' ihren Mut zusammen, ruft die Hexe herbei und fleht den silberglänzenden Mond an, dem Prinzen ihre Sehnsucht zu übermitteln.

Die Hexe ist schließlich einverstanden und verspricht, Rusalka in einen Menschen zu verwandeln, stellt jedoch harte Bedingungen: Rusalka muss ihre Stimme opfern; gelingt es ihr nicht, die Liebe des Prinzen auf Dauer zu gewinnen, wird er auf alle Ewigkeit verdammt. Rusalka akzeptiert die Bedingungen im Vertrauen darauf, dass ihre Liebe stark genug ist, den Fluch zu bannen.

Der Morgen naht und mit ihm der Klang von Jagdhörnern. Der Prinz, der ein geheimnisvolles weißes Reh verfolgt, fühlt sich wie durch einen Zauber zum See hingezogen. Dort erblickt er die stumme Rusalka. Hingerissen von ihrer bezaubernden Erscheinung führt er sie stolz in sein Schloss.

Im Schloss des Prinzen wird ein Hochzeitsfest vorbereitet. Aus den Gesprächen der Diener, der Küchenjungen und der Förster geht hervor, dass sie die geheimnisvolle Braut aus dem Wald ängstigt und sie von ihnen abgelehnt wird; es kommt ihnen vor, als ob sie den Prinzen verhext hätte. Er scheint jetzt aber glücklicherweise einer fremden Fürstin, einem Hochzeitsgast, den Hof zu machen. An den Gerüchten ist so manches wahr. Der Prinz ist enttäuscht, empfindet seine Braut als kalt und scheu, während die verwegene Fürstin viel attraktiver ist und sich verständnisvoller zeigt. Gedemütigt eilt Rusalka in den Schlossgarten, weinend klagt sie dem Wassermann, der die Festlichkeiten vom See aus beobachtet, ihre Verzweiflung und Enttäuschung. Er rät ihr durchzuhalten. Die Ereignisse überschlagen sich, als Rusalka den Prinzen und die Fürstin bei Zärtlichkeiten ertappt.

Zweiter Akt

Der erzürnte Wassermann tritt dem Prinzen drohend entgegen und zieht Rusalka zurück in sein Wasserreich. Erschrocken bittet der Prinz die fremde Fürstin, ihn zu retten, diese jedoch flieht voller Abscheu.

Bleich und traurig kehrt Rusalka zu der Waldlichtung am See zurück. Ihre Klagen rufen bald die Hexe herbei. Sie sagt Rusalka, dass ihre einzige Hoffnung, erlöst zu werden, darin bestehe, das Blut ihres Verführers zu vergießen. Sie gibt ihr ein Messer, die Mordwaffe. Rusalka wirft es in den See. Sie möchte lieber ihr eigenes Glück als das ihres Geliebten opfern.

Inzwischen haben zwei treue Diener des Prinzen beschossen, sich für ihren Herrn bei der Hexe einzusetzen. Zitternd suchen sie sie auf. Doch als der nach Vergeltung suchende Wassermann aus dem See auftaucht, laufen sie davon.

Unterdessen zieht es den Prinzen wieder an den See, wo er Rusalka zum ersten Mal erblickt hatte. Sie erscheint ihm als Irrlicht. Weder lebendig noch tot, weder Frau noch Fee: sie ist verdammt, durch die Nacht zu wandeln und menschliche Wesen in den Sumpf zu locken. Der Bitte des Prinzen um Vergebung begegnet sie traurig und zeigt kein Verständnis für seinen Betrug. Sie warnt ihn vor ihrer Umarmung, aus der es keine Flucht gebe. Er bittet sie, ihn zu küssen und ihm seinen Frieden zurückzugeben. Ihr Kuss bewirkt das, was Rusalka mit dem Messer nicht tun wollte: Der Prinz stirbt in ihren Armen. Er opfert sein Leben und wird erlöst. Rusalka selbst kann aber - wie der Wassermann sie ein letztes Mal warnt - ihrem Schicksal nicht entkommen. Sie entschwindet und spricht einen letzten Segen über den Prinzen: „Für deine Liebe, deiner Schönheit Glanz, für deine menschliche, unstete Leidenschaft, für den Fluch, der auf meinem Schicksal liegt, Menschenseele, sei Gott gnädig dir!“