Inszenierung



Milénium-Theater

Rusalka – Das Musical wurde als Weltpremiere in der Tschechischen Republik in den Jahren 1999 and 2000 im Prager Millennium-Theater gespielt. Da nicht genügend größere Theatergebäude zur Verfügung standen, wurde dieses Theater extra für die Produktion errichtet durch eine Umwandlung eines Industriegebäudes vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Es entstand eine Art Amphitheater mit 800 Sitzplätzen und 30 Stehplätzen.

Die Bühne in Form eines großen U breitete eine Fläche von 10 mal 6 Metern aus. Die Haupttreppe für den Eingang der Zuschauer vom Foyer in den Saal war an der Bühne angebracht. Während der Vorstellung wurde diese Treppe mit einer großen Decke bedeckt. In manchen Szenen wurden diese Stufen jedoch verwendet. Das relativ kleine Ausmaß der Bühne wurde durch eine zweite Bühne in der Höhe von 8 Metern ergänzt. Dahinter befand sich das Orchester hinter dunklem Glas. Trotzdem konnten Dirigent und Orchester von den Zuschauern gesehen werden. Zusätzlich wurden die obere und untere Bühne mit einer gläsernen Turmtreppe verbunden, die ebenfalls für einzelne Szenen verwendet wurden.

Aufführung

Rusalka – Das Musical ist ein komplett gesungenes Musical ohne gesprochene Worte, hat also die Form einer Oper. Das Ensemble bestand aus 8 singenden und einer tänzerischen Rolle (Mutter Wasser), die Company aus 9 Frauen und Männern sowie einem weiblichen und einem männlichen Swing (Alternierung nicht eingeschlossen).

Die Aufführung wurde von einem 27köpfigen Live-Orchester begleitet. Sollte das Budget der Produktion es erlauben, so kann die Anzahl der Streicher (ursprünglich 11) und auch anderer Instrumente erhöht werden.

Kostüme

Die Kostüme gestaltete der Oscar-Preisträger Theodor Pištìk, der bereits häufig für Hollywood-Produktionen arbeitete. Sie gehören zu den Höhepunkten des Musicals, so dass die Adaption von Pištìks Gestaltung für jede andere Aufführung nur empfohlen werden kann. Zusätzlich hat Pištìk die Herstellung in den bekannten Barrandov-Filmstudios in Prag beaufsichtigt, wo übrigens regelmäßig Kostüme für amerikanische Filmaufnahmen hergestellt werden. Die Prager Produktion von Rusalka – Das Musical bestand aus 68 Kostümen, einige von denen wurden für bis zu drei Darstellern je Rolle geschaffen. Viele wurden aus Leder gemacht, manchmal wurde Gürtler-Arbeit verwendet (gepanzert), gelegentlich wurden kostspielige und beeindruckende Bühnenelemente eingeflochten. Jedoch betrug die Gesamtherstellung aller Kostüme mit Schuen und Perücken nur knapp über 100.000 Dollar, übrigens niedrig im europäischen Vergleich.

Bühnentechnik

Das Millennium-Theater konnte eine Vielfalt verwendeter Bühnentechnologien aufweisen. Die wichtigsten Elemente waren die folgenden:

  1. Große Plane zum Abdecken der Haupttreppe.
  2. Fluggerät der fremden Fürstin. Von einer Seite der Decke vom Zuschauerraum steigt die fremde Fürsting über den Köpfen der Zuschauer in einem bizarren Käfig herab. Dies hatte die Form eines Fahrstuhls, der sich horizontal und vertikal bewegen konnte. Der Käfig landete in der Mitte der Bühne. Die Route betrug etwa 25 Meter, der Höhenunterschied 8 Meter.
  3. Halbkreisförmige Horizontalbewegung: Großer Glaskabine von 1,8 Metern, der die Hexenhütte repräsentiert. Diese Hütte stand auf Drachfüßen und kam vom Hintergrund in die Mitte der Bühne.
  4. Hydraulischer Fahrstuhl für den alten Wassermann ermöglichte ihm, aus den Tiefen direkt auf die Bühne zu gelangen. In Kombination mit einem Kabelfahrstuhl in anderen Szenen wurde der Wassermann von der Wasserwelt auf die obere Bühne in die Höhe von 8 Metern.
  5. Sechs Schafte über der Bühne ermöglichten verschiedene beeindruckende Effekte und Kulissen wie den großen Topf zum Brauen des Elixiers oder das Netz des alten Wassermannes, den Mond etc.
  6. Wasservorhang: halbtransparent, gefüllt mit blubberndem Wasser und auf einer Seite zu öffnen. Der Vorhang bildete die Grenze zwischen der Wsserwelt und der profanen Welt.
  7. Transparenter und beleuchteter See im Flur des hinteren Bereichs der Bühne erzeugte eine perfekte Illusion der Wasserwelt.

Die Bühneneffekte wurden durch Lichtdesign (inkl. den robotic lights Vari*Lite), großer Leinwandprojektion und einer Anzahl von Klumpen unterstrichen.

Das Musical kann auch in einem regulären Operntheater aufgeführt werden. Einige räumliche Effekte und Überschreiten der strikten Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum können sicherlich für das klassische Theater ausgeliehen und adaptiert werden.